Rechnungen für Generalunternehmer: Bauleistungsabrechnung, Reverse-Charge und §13b UStG im Griff
Das Projekt: Komplettumbau eines Verwaltungsgebäudes in Frankfurt, Auftragsvolumen 1,2 Millionen EUR netto über elf Monate. Du als Generalunternehmer bist für sieben Subunternehmer verantwortlich: Rohbau, Elektro, Heizung-Sanitär, Trockenbau, Maler, Boden, Fassade. Jede Subunternehmer-Rechnung kommt mit §13b UStG (Steuerschuldumkehr bei Bauleistungen), deine eigene Rechnung an den Bauherrn ebenfalls. Dazu Abschlagsrechnungen monatlich, Aufmaß-VOB-Konform, Schlussrechnung nach Abnahme mit Schlusszahlungs-Antrag. Generalunternehmer-Rechnungen sind die komplexeste Materie im Bauwesen – und ein einziger Fehler bei §13b kostet richtig Geld.
Warum Generalunternehmer eine spezielle Abrechnungslogik brauchen
§13b Abs. 2 Nr. 4 UStG dreht die Steuerschuld bei Bauleistungen um: Wenn du als Bauunternehmer eine Bauleistung an einen anderen Bauunternehmer erbringst, schuldet nicht du als Leistender die USt, sondern der Leistungsempfänger. Du fakturierst netto, ohne USt, mit dem Vermerk “Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers”. Das gilt nur, wenn der Empfänger nachhaltig Bauleistungen erbringt (gilt für Generalunternehmer, andere Bauunternehmer).
VOB/B regelt das Abrechnungswesen: Abschlagsrechnungen, Schlussrechnung, Sicherheitseinbehalt, Bürgschaft. Wer das nicht sauber abbildet, gerät in Liquiditätsprobleme.
Subunternehmer-Management: Bei jedem Sub musst du dir die Freistellungsbescheinigung nach §48b EStG vorlegen lassen, sonst musst du 15% Bauabzugsteuer einbehalten und ans Finanzamt abführen.
E-Rechnung-Pflicht: Bei B2B-Bauaufträgen ab 2025 Pflicht-Empfang, ab 2027 Pflicht-Versand. X-Rechnung oder ZUGFeRD.
Die größten Schmerzpunkte
§13b sauber anwenden. Du fakturierst an Bauherrn (kein Bauunternehmer) mit USt, an Bauherrn (Bauunternehmer) ohne USt. Verwechslung kostet richtig.
Abschlagsrechnungen VOB-konform. Monatliche Abschläge mit kumulierter Leistung, Aufmaß-Beleg, Schlussrechnung mit Verrechnung.
Sub-Belege managen. Sieben Subs, monatlich Rechnungen, jeden Beleg dem Projekt zuordnen, Freistellungsbescheinigung prüfen.
Sicherheitseinbehalt 5%. Bauherr behält 5% bis Gewährleistungsende ein – muss in Buchhaltung als ausstehende Forderung geführt werden.
Aufmaß-Doku VOB-konform. Jede Abschlagsrechnung braucht Aufmaß-Bezug.
Bauabzugsteuer 15%. Wenn Sub keine §48b-Freistellung hat, du musst einbehalten.
Wie InvoiceFlow das löst
§13b-Vermerk als Steuerlogik
Bei B2B-Bauleistungs-Kunden hinterlegst du “§13b UStG anwendbar” – Rechnung wird ohne USt mit korrektem Hinweis “Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers, §13b UStG” ausgegeben.
Abschlagsrechnungen mit kumulierter Logik
Aus dem Hauptangebot generierst du Abschlagsrechnungen. InvoiceFlow trackt kumulierte Leistung, vorherige Abschläge, Restleistung. Schlussrechnung zieht alle Abschläge sauber ab.
Subunternehmer-Belege pro Projekt
Jeder Sub-Beleg per OCR erfasst, dem Projekt “Frankfurt Verwaltung” zugeordnet, mit Freistellungsbescheinigung als verknüpftes Dokument.
Wiederkehrende Abschlagsrechnungen
Monatliche Abschläge nach Baufortschritt als Vorlage – Anpassung nur Mengen und Aufmaß.
Custom PDF Template mit VOB-Feldern
Schlussrechnungs-Template mit Sektionen für Aufmaß-Referenz, Sicherheitseinbehalt, Bürgschaftsverweis.
X-Rechnung für öffentliche Aufträge
Stadt Frankfurt verlangt X-Rechnung – Export im strukturierten Format.
Mehrwährungs bei Auslands-Subs
Italienischer Fassaden-Sub fakturiert in EUR – falls österreichische oder schweizerische Subs mit anderen Steuersätzen tätig sind, eigene Logik.
Mahnstufen mit Verzugszinsen
Bauherrn-Zahlungen verzögern sich – Mahnstufen automatisch mit Verzugszinsen-Berechnung.
Praxisbeispiel: Carsten aus Frankfurt
Carsten GmbH, GU für gewerbliche Sanierungen. 8 Mitarbeiter im Innendienst, 30+ Subs im Pool. Vor InvoiceFlow: SAP-System, das aber für mobile Baustellen-Doku zu sperrig war. Belege landeten als E-Mail-PDFs, manuell ins SAP eingegeben – mit Zeitversatz.
Heute: InvoiceFlow als mobile Ergänzung – Baustellen-Polier nimmt Aufmaß auf Baustelle, fotografiert Sub-Lieferscheine, alles synct ins zentrale System. §13b automatisiert nach Kunden-Typ. Abschlagsrechnungen monatlich mit kumulierter Logik. Schlussrechnung nach Abnahme mit allen Abschlägen verrechnet, Sicherheitseinbehalt 5% in Forderungsbuchhaltung getrennt geführt.
X-Rechnung für die kommunalen Aufträge raus, Bauherrn (auch B2B) ohne USt mit §13b-Vermerk.
Schritt-für-Schritt-Workflow
- Profil “Generalunternehmer” mit allen Pflichtangaben (HWK, USt-IdNr., Steuernummer).
- Kundentypen unterscheiden: Bauherr Bauunternehmer (§13b) vs. Privater Bauherr (USt).
- Subs anlegen mit §48b-Freistellungs-Datum.
- Abschlagsrechnungs-Workflow etablieren.
- Sub-Belege monatlich OCR-erfassen.
- Schlussrechnung mit Sicherheitseinbehalt ausweisen.
- X-Rechnung-Export für öffentliche und große B2B-Kunden.
Häufige Fehler
§13b versehentlich nicht anwenden bei Bauunternehmer-Empfänger. Steuerschuld bei dir, Liquiditätsverlust.
Privater Bauherr mit §13b fakturieren. Falsch, USt muss ausgewiesen sein.
Subs ohne §48b-Freistellung – 15% Bauabzugsteuer nicht einbehalten. Haftung beim GU.
Aufmaß nicht VOB-konform. Abschlagsrechnung wird abgelehnt.
Sicherheitseinbehalt nicht separat geführt. Liquiditätsplanung leidet.
Jetzt starten
Lade InvoiceFlow als mobile Ergänzung zu deinem ERP, etabliere den §13b-Workflow für deine Sub-Kette und schreibe die nächste Abschlagsrechnung mit korrekter kumulierter Logik.